PATHOS UND INNERLICHKEIT

Während der Pandemie beschäftigte sich der Leistungskurs mit der Psyche des Künstlers, welche ganz unterschiedlich in Werken verhandelt wurde. Das thematische Spektrum reicht von Horst Janssens Porträtdeformationen bishin zu Bas Jan Aders innerer Zerrüttung in seinen zeitbasierten Medien. Unter Einbeziehung konstruktivistischer, kubistischer, und expressionistischer Elemente überführte der Leistungskurs künstlerisch typische Stilmittel des 20. Jahrhunderts in das eigene Gestaltungskonzept um das eigene seelische Panorama darzustellen. Sie formulierten ihre eigenen inneren Konflikte während des Lockdowns, des Homeschoolings sowie ihre Sorgen und Hoffnungen in dieser Zeit.


DUCK FACE

Im Leistungskurs Kunst entstanden in der Einführungsphase Mundplastiken aus Ton. Ausgangspunkt war die Untersuchung medialer Inszenierungen des Porträts, insbesondere in Werbung, den sozialen Medien und der Popkultur. Das Porträt wurde dabei bewusst auf die Mundpartie reduziert, als Fragment das dennoch Identität, Emotion und Ausdruck  transportiert. Die Lerngruppe setzte sich mit den Unterschieden der Selbstdarstellung und der Selbstinszenierung auseinander. In der plastischen Umsetzung entstanden individuelle Interpretationen, die den Mund als Schnittstelle zwischen Innen und Außen sichtbar machen.


DYSFUNKTIONALES DESIGN

In der Qualifikationsphase (Q1) beschäftigte sich der Leistungskurs mit den Themen Transformation und Kontextverschiebung. Ausgangspunkt war das Konzept Ready Made, das seit Marcel Duchamp die Grenzen zwischen Alltagsobjekt und Kunstwerk auflöst. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eigene Objekte zum Thema. Sie wähten dazu Gebrauchsgegenstände, die ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, oder in einen neuen, irritierenden, manchmal auch verstörenden Zusammenhang gestellt wurden. Durch Verfremdung, Neukombination und symbolische Umdeutung entstanden Arbeiten, die mahnend, humorvoll oder poetisch  den Umgang mit Konsum, Nutzen und Sinnhaftigkeit hinterfragen. So wurde Design zu einem Denkraum.


MICROLIVING

Im Themenfeld der Architektur, reagierte der Grundkurs Kunst auf den knappen Wohnraum im urbanen Kontext und entwickelte dazu bei vorgegebener Grundfläche multifunktionale Atelierwohnungen als Microspace. Diese waren auf kreative Berufsgruppen ausgerichtet, wie zum Beispiel aus den Arbeitsfeldern Produktdesign, Fotografie, Grafikdesign, Illustration oder Malerei. Die Wohnungen sollten alle relevanten Funktionen bereitstellen, die es braucht, um dort Arbeit und Wohnen  miteinander zu verbinden und gleichzeitig ein hohes Maß an Wohndesign erfüllen.


HINTERFRAGEN DER WAHRGENOMMENEN WIRKLICHKEIT

In Anlehnung an Georges Rousse beschäftigte sich der Grundkurs Kunst des 12. Jahrgangs mit ästhetischen Raumkonzepten und realisierte vor diesem Hintergrund geometrische Flächen, die sie an prominenter Stelle des Schulkomplexes so an die Wände brachten, dass der Raum neu wahrgenommen, und das gewohnte Sehverhalten irritiert wurde.


METAPHORISCHE SELBSTBILDNISSE

In der malerischen Begegnung mit sich selbst, begriffen sich die Schüler und Schülerinnen des 12. Jahrgangs im Grundkurs als Teil einer imaginären Konversation mit der Kunst. Sie untersuchten im Vorfeld künstlerische Positionen und formulierten daraus zum Teil verrätselte Bildsprachen in deren Allegorien sie der Kunst begegnen. Dabei entstanden Fassungen wie das Sujet mit Fischen, das einen symbiotischen Bildraum zeigt, welcher Gegensetzlichkeiten in einer Welt miteinander vereint. Oder das Selbstbildnis, in welchem die Kunst die Künstlerin in einen heiligen Stand überführt.


REMAKE ODER FAKE

Der Grundkurs der Q2 hat sich im Themenfeld der Objektkunst mit künstlerischen Strategien und Methoden des Zitats beschäftigt. In der praktischen Arbeitsphase haben sie sich einem selbst gewählten Werk aus der Gattung der Malerei gewidmet, welches sie in eine dreidimensionale Plasitk transformierten und im Anschluss fotografisch inszenierten. Dabei gingen sie auf Proportion, Farbigkeit, Körperhaftigkeit, Material und Licht ein, um den Bildcharakter überzeugend aufzugreifen.


FLÄCHE + PROPORTION

Zeichnen bedeutet das Gesehene zu verstehen. Um dies zu trainieren faltete der Kurs der Q2 nach einem vorgegeben Muster oder einer eigenen Vorlage einen Papierflieger, um ihn im Anschluss zeichnerisch zu übertragen. Dabei setzten sie ihn mit einem weißen Zeichenstift oder Zeichenkreide so um, dass sie ihn nahezu formatfüllend und insgesamt flächig wiedergaben. Ziel war es, nur die Lichter zu zeichnen, um die Plastizität herauszumodellieren. Starke Konturlinien wurden dabei vermieden. Das Prinzip des Alltäglichen wurde hier gekippt.