Das gezeichnete Porträt ist eine nachhaltige und individuelle Erinnerung an das jeweilige Tier. Als Sujet bestimmte der Hund, vornehmlich der Cocker Spaniel, mein Arbeitsgebiet. Die Triebfeder dazu war meine eigene English Cocker Spaniel Hündin Yara. Die Arbeiten entstanden auf ungebleichtem Zeichenkarton mit Polychromos Farbstiften oder als Pinselzeichnung mit Gouache.
"le sud" steht für unzählige Refugien der Provence, die gleichzeitig Ursprung dieser Bilder sind. Die 1990er Jahre boten mir die Möglichkeit, meinen Duktus zu lockern, mich simultan zur Theatermalerei weiter zu bilden und mich dennoch vom akademischen Malen zu lösen. Reisen nach Südfrankreich beflügelten mich, im Freien alla prima zu Malen und einer milden impressionistischen Auffassung nachzukommen. In diesen Jahren machte ich einige Ausstellungen.
Ausgehend von den Kriegen nach dem 11. September 2001 in Afghanistan und dem Irak, reagierte ich künstlerisch auf die mediale Ästhetisierung der Ereignisbilder. Dabei wählte ich zwischen 2004 und 2005 bekannte Kriegsfotografien aus dem Kontext des Vietnamkrieges während der US-amerikanischen Intervention ab 1965 und übersetzte sie in ein grafisches Bildkonzept, das auf illustrative Mittel setzt. Das Grauen jedes Krieges tritt in den Bildern in den Hintergrund, eine Gefahr, die ich im Wechselspiel von Shootergames und der Berichterstattung realer Konflikte sehe.
Nach dem Millenium begann ich mich intensiver mit der figürlichen Malerei zu beschäftigen. Als "Gestalten" begriff ich meine Auseinandersetzung mit dem Porträt. Mein Arbeitsfeld reicht vom Abbildhaften bishin zur Karikatur. Dabei waren Männerdarstellungen für mich neben dem weiblichen Akt immer die logische Konsequenz gesellschaftlicher Oberflächengewebe.
Erstmals seit der Werkgruppe um die Ästhetisierung des Krieges, beschäftige ich mich erneut mit Symbolräumen. Das Credo ist Teil der christlichen Liturgie und stiftet christliche Identität. In meinen Arbeiten begegne ich diesem Symbolraum neu. Einige Arbeiten dieser Entwurfsreihe zeigen den Kirchbau in transzendentem Licht, andere zeigen seine Auflösung in neonfarbenen Flammen, einer Ambivalenz aus Faszination und Gefahr. Die unbunten Skizzen verweisen auf Tradition. Diese Arbeiten verstehen sich als künstlerischer Kommentar zur aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskussion um den Wandel unserer kulturellen und spirituellen Grundlagen. Die Arbeiten entstanden als Skizzen mit Graphit und Tempera sowie Neonfarben.