In der Kunst AG steht das freie Arbeiten im Vordergrund. Sie ist ein Ort, an welchem ausprobiert, verworfen, neu gedacht und entdeckt werden darf. Die freie Struktur bietet die Möglichkeit, sich jenseits des Lehrplans im Ausdruck zu üben und dabei eigene Grenzen einerseits zu erfahren und andererseits mit Begleitung zu überwinden. Die Arbeiten zeigen ganz unterschiedliche Zugänge zur Werktechnik und Idee. Im Zentrum steht nicht das zu bewertende Ergebnis, sondern der individuelle Ausdruck im jeweiligen Prozess. Diese Fundgrube wächst mit jedem neuen Projekt. Der Schwerpunkt ist das Abbilden vom Körperhaften, das Auflösen von Bildräumen, sogar mit einer expressionistischen Verklärung, wie hier mit Copic Markern erarbeitet, oder das bewusste Erschaffen von einfachen Illusionen.
In der Kunst-AG beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit einem Aspekt der Bremer Street-Art Szene. Seit 2015 werden zunehmend die Buchstaben VCU getaggt. Die Kürzel stehen ursprünglich für "Urban Video Control" und wurden raffiniert in der Reihenfolge verändert, wodurch sie kritisch auf öffentliche Überwachung verweisen.
Für uns war es Anlass, das Motiv des Auges künstlerisch zu untersuchen. Die Schülerinnen und Schüler des 5. und 6. Jahrgangs zeichneten detailreiche Augen. Häufig waren es ihre eigenen, welche sie vorher mit ihren iPads fotografiert und bearbeitet hatten. In Kombination mit der aufgerisseenen Pappfläche entstanden Arbeiten, die die Frage aufwerfen, wer hier eigentlich wen anschaut?