DRUCKGRAFIK

Als künstlerische Druckverfahren werden Verfahren bezeichnet, die Künstlern zur Vervielfältigung ihrer eigenen Entwürfe jeglicher Coleur dienen:

  • Siebdruck/Serigraphie (fotografisches Verfahren)
  • Hochdruck (Linoldruck und Holzschnitt)
  • Tiefdruck (Kupferstich und Radierung)
  • Flachdruck (Lithografie und Offset)

Das Prinzip des Seriellen in der Kunst

Merkmale sind z.B. Wiederholungen, Reihen, Variationen desselben Gegenstands oder Themas. Das Wechselspiel von Konstanten und Variablen gehört zu den wichtigen Merkmalen des seriellen Arbeitens. Bilder innerhalb eines Werks, einer Reihe sind durch Bildregeln miteinander verbunden (vg. obere Abbildungen). Eine entsprechende Regel wird also im Bild umgesetzt. Dies war unter anderem in der Pop Art Bewegung eine gängige Methode. Warhol machte beispielsweise die Wiederholung trivialer Dinge zu seinem Thema. So wurde die Quantität zu seinem Markenzeichen. Kunst wird zur Fließbandware gemacht und mit industrieellen Verfahren gefertigt. Diese wird schließlich zur Kunst erhoben.


Kommunikationsdesign

Auch das Kommunikationsdesign kommt in Bereichen der Printmedien (Offset) zum Druck. Hier werden Botschaften mittels medialer Codes formuliert oder komponiert, so dass diese ihre gewünschte Wirkung erzielen.

 

Du wirst dich mit Methoden der Visualisierung und mit wesentlichen Aspekten der Wahrnehmungspsychologie auseinandersetzen.


Plakatdesign für den SID 2020


Offsetdruck

Im Offsetdruck wird ein farbiges Bild in vier Lagen gedruckt. Für jeden Ton wird eine eigenständige Druckvorlage erstellt. Gedruckt wird nicht flächig, sondern mittels Rasterpunkte, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind.

Die Rasterwinkelung ist den jeweiligen Druckfarben zugeordnet: Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK).

 

C = 15° | M = 75° | Y = 0°/90° | K = 45°

 

Je größer der Anteil des jeweiligen Tons ist, desto größer sind die Rasterpunkte. Nimmt die Sättigung des Tons in einem Bildbereich ab, so werden die Rasterpunkte kleiner.

 

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Offsetdruck | Aufrasterung
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Radierung

Die Technik der Radierung leitet sich aus der Gravier- und Ätztechnik des Gold- und Waffenschmiedhandwerks ab. Sie kam zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus Italien nach Deutschland. Hier befasste sich auch Albrecht Dürer als Sohn eines Goldschmieds mit dieser Technik.

 

Der Erfolg einer Radierung beruht auf der Möglichkeit, fein eingearbeitetes Bildmaterial zu vervielfältigen, dem der Reiz des Originals anhaftet. Bei künstlerischen Druckverfahren wird bis zur 300. Auflage immer vom Original gesprochen.

Die Radierung ist ein Tiefdruckverfahren. Der Begriff steht mit einer Reihe von Techniken in Verbindung. Es wird grob zwischen der Kaltnadel- und der Ätzradierung unterschieden. Um zu einer Tiefe zu kommen muss etwas entfernt, bzw. weggenommen werden. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „radere“, etwas auskratzen, oder schaben ab. Der sogenannte Druckstock ist eine Metallplatte aus Zink, Kupfer oder Stahl und wird mit unterschiedlichen Werkzeugen durch Stechen, Ritzen oder bei dem Verfahren der Ätzradierung durch chemische Einwirkungen bearbeitet. In die so entstandenen Vertiefungen kommt Farbe, die auf dem nicht bearbeiteten Teil der Platte in fast allen Techniken wieder abgewischt wird. Der Druck vollzieht sich auf angefeuchtetem Tiefdruckpapier, das in der Druckpresse gegen die Metallplatte gepresst wird. Die Feuchtigkeit führt dazu, dass das Papier flexibel auf die Druckplatte reagiert. Die Druckfarbe zeichnet sich nach dem Druck auf dem Papier ab, welche mit dem Papier „abgezogen“ wird. Daher wird hier von Abzügen gesprochen. Das Gedruckte erscheint seitenverkehrt, was eine hohe Imagination vom Künstler abverlangt.

Das mechanische Verfahren wird auch als trockenes, manuelles oder kaltes Verfahren bezeichnet. Im Vergleich zur Ätzradierung wird hier nicht mit einem Säurebad gearbeitet, bei dem Wärme entsteht. Hier wird nur mit einer gehärteten Stahlnadel in die Metallplatte geritzt oder gestochen ohne weiteren chemischen Einsatz. Die Druckplatte bleibt kalt. Daher die Namensgebung der Kaltnadelradierung oder Kaltnadeltechnik. Die Anzahl aller gedruckten Blätter eines Druckstocks werden als Auflage bezeichnet. Je kleiner die Auflage, desto wertvoller sind die einzelnen Blätter. Es ist üblich, dass die Platten nach dem Drucken der Auflage zerstört werden, so ist sichergestellt, dass kein Nachdruck erfolgen kann.