GRAFISCHER POINTILLISMUS UND KÖRPERKULT

Im ersten Schulhalbjahr des siebten Jahrgangs untersuchten die Schülerinnen und Schüler exemplarische Werke von Georges Seurat und Paul Signac und erschlossen  dabei zentrale Merkmale wie Farbzerlegung, optische Mischung und Rhythmisierung. Auf dieser Grundlage entwickelten sie eigene Tattoo Entwürfe, die sie später übertrugen. Dabei reflektierten sie den Körper als Bildträger und diskutierten über Aspekte von Identität, Inszenierung und Körperkult.


BILDVERKNÜPFUNG

Ausgehend von Caspar David Friedrichs Werk "Das Eismeer" (1823/24), das im Untertitel "Gescheiterte Hoffnung" heißt, untersuchten die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe die kompositorische Struktur des Werkes, das ihnen bereits seit der sechsten Klasse geläufig ist. Wir alle kennen die Fotos der Überreste des World Trade Centers in New York aus den Tagen nach dem 11. September 2001. Kunstwerke zu verstehen bedeutet auch aktuellen Bildern in Kunst und Medien nachzuspüren. Insofern ist es von Bedeutung, Ähnlichkeiten als auch Verschiedenheiten zu entdecken und über diese kritisch nachzudenken. Es lassen sich überraschende Parallelen finden zwischen dem Foto des WTC und dem Gemälde „Eismeer“. Man sieht, wie sich Eisschollen schräg auftürmen, die auf der rechten Seite ein Schiff unter sich begraben. Die Trümmer des WTC begruben auch die Hoffnung nach einer friedlicheren Welt, nachdem der politische Ost-West-Konflikt nur wenige Jahre zuvor überwunden war. Bilder prägen unser Leben und beeinflussen uns maßgeblich. Hier ging es nicht um das Erzählen von Ereignissen, sondern das Verstehen bildnerischer Mittel wie Achsen, Überlagerungen und kompositorischer Spannung.


TYPOGRAFIE ALS SPIEGEL INNERER ZUSTÄNDE

In diesem Thema näherten sich die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe Zerbrechlichkeit und Fragilität in seiner facettenreichen Vielfalt über die Gestaltung von Schrift an. Ausgehend von einer konstruktiven und serifenlosen Antiqua erforschten sie die Grenzen zwischen Stabilität und Bruch. Durch das Fragmentieren der Typografie wurde das Thema auch narrativ erfahrbar gemacht. Die entstandenen Arbeiten erzählen von Verletzlichkeit, innerer Spannung und zugelich dem Reiz des Unvollständigen.


SILHOUETTENKUNST

Das Profilporträt war hier zentrales Thema des siebten Jahrgangs. Die Konturlinien ihres Profils, das wir mit Hilfe einer Lichtquelle an die Wand projiziert haben, zeichneten die Schülerinnen und Schüler zart mit einem Bleistift nach um im Anschluss die Flächen mit Silhouetten verzweigter Baumkronen zu füllen. Diese standen metaphorisch für die zahlreichen Vernetzungen der Gedanken.


ZWISCHEN KONSTRUKTION UND EXPRESSION

Ab wann ist ein Bildmotiv noch Darstellung und ab wann reine Konstruktion? Mit dieser Frage beschäftigte sich der 7. Jahrgang im Arbeitsfeld der Malerei. Im Zentrum standen Werkbetrachtungen von Lyonel Feininger und August Macke. Der Kurs überführte hier simple Bildmotive in eine konstruktivistische Formzerlegung. Es entstanden Malereien unter Anwendung milder expressionistischer Mittel. Der eigentliche Gegenstand wurde damit abstrahiert, wenn nicht sogar entfremdet. Er bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Fläche und Raum.  

Hier werden demnächst exemplarische Schülerergebnisse zu sehen sein.


TIEFDRUCK

Nachdem sich der siebte Jahrgang intensiv mit den Mitteln grafischer Gestaltungsformen beschäftigt hat, konnten sie ihre Kompetenzen im Arbeitsfeld der Druckgrafik anwenden. Sie haben Ausschnitte mediterraner Häuser entworfen und in ein mildes kubistisches Bildkonzept überführt. Besonders herausfordernd war es dabei, das Bildmotiv seitenverkehrt einzuarbeiten.


SELBSTBILDNISSE

Im Zentrum dieser Unterrichtseinheit stand das Selbstbildnis, ein Thema, das sowohl kunsthistorisch als auch gesellschaftlich hochaktuell ist. Ausgehend von ausgewählten Selbstbildnissen aus dem Kanon der Kunstgeschichte untersuchten und diskutierten die Jugendlichen verschiedene Formen der Selbstdarstellung. Diese wurden mit heutigen Formen der Selbstinszenierung auf Social Media in Beziehung gesetzt.

 

Im praktischen Teil konzentrierten sich die Schüler und Schülerinnen auf die zeichnerische Darstellung der Augen, als zentrales Element jedes Gesichts, oft bezeichnet als „Spiegel der Seele“. Entstanden sind Augenstudien, die durch genaue Beobachtung und zeichnerische Sensibilität geprägt sind und den eigenen Blick im Spannungsfeld von Verletzlichkeit und Entschlossenheit als Facetten des Inneren, sichtbar macht.